Die Entwicklung der atmosphärischen Konzentration von CO2

Vor Beginn der intensiven Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas zur Ernergiegewinnung (industrielle Revolution) lag die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre mindestens die letzten 800.000 Jahre lang nicht über 385 ppm (= 0,0385%),

CO2-Konzentration : Seit 10 Mio. Jahren Jahren vor 2005 lag die CO2-Konzentration in der Atmosphäre unter 385 ppme in

Darstellung von Wiki nach Hansen, J. et al. (2008): Target Atmospheric CO2: Where Should Humanity Aim?
Quelle: https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Datei:CO2_60Mio.jpg

Im August 2018 CO2-Konzentration erstmalig seit 10 Millionen Jahren 407 ppm

(vgl. erste u. dritte Grafik)

Die atmosphaerische CO2-Konzentration lag in den letzten 800.000, sogar 10 Mio. Jahren vor 2005 niemals über 385 ppm. 2018 stieg sie erstmals in der Zeitspanne auf 407 ppm.

 Daten: dunkelblau EPICA Dome C ice core: Siegenthaler et al., Science 315 (2005), Lüthi et al., Nature 453 (2008)
              hellblau Vostock ice core: Petit et al, Nature 399 (1999)
Daten ab 1958 (vgl. dritte Grafik): https://de.co2.earth/monthly-co2#

 Grafikquelle: https://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/history.html, von der National Oceanic and Atmospheric Administration/USA (NOAA) am 12.12.2017 veröffentlicht

                                                                    

Die seit Ende des 18. Jahrhunderts nahezu ständig anwachsende atmosphärische CO2-Konzentration führt zu dem in den letzten Jahrzehnten zu beobachtenden Klimawandel. Die Konzentrationserhöhung ist die Ursache der Temperaturzunahme in den erdnahen Luftschichten.

Das Anwachsen der CO2-Konzentration erfolgt zudem in einer erdgeschichtlich betrachtet enormen hohen Geschwindigkeit:

In den letzten 800.000 Jahren vor 1860 gab es dreimal – jeweils nach vorheriger entsprechender Absenkung – innerhalb von 10.000 Jahren einen Anstieg um + max. rd. 100 ppm. Das Maximum lag aber immer unter 300 ppm.

Nach Beginn der massiven Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas beginnt ein menschengemachter Anstieg der CO2-Konzentration. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die 300 ppm erstmals seit 400.000 Jahren überschritten. Im Jahr 2018 waren es schon knapp über 400 ppm. Von dem Anstieg fallen auf die Jahre
1958 – 2018, also 60 Jahre, + 65 ppm, davon auf die Jahre 1998–2018, auf nur 20 (!) Jahre, + 42 ppm  (vgl. folgende Grafik):

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CO2-Konzentration : In den letzten 400.000 Jahren lag der maximaler kontinuierlicher Anstieg bei ca. 100 ppm auf 300 ppm. Von 1958-2018 stieg er um 95 ppm in 60 Jahren auf 407 ppm.

 Quellen s. vorherige Grafik (Bearbeitung: Horst Emse)                                 

Von ca. 270 ppm auf 407 ppm in gut 100 Jahren!

Eine solch hohe CO2-Konzentration hat es auf der Erde seit 10 Millionen Jahren nicht gegeben. In dieser langen Zeitspanne bis zum Beginn der Verbrennung fossiler Energieträger ab ca. 1860 war diese Konzentration nie höher als 385 ppm. In den letzten 800.000 Jahren lag sie immer unter 300 ppm. (Die Menschheitsgeschichte begann mit dem homo sapiens vor 300.000 Jahren.) Die Differenz zwischen der niedrigsten CO2-Konzentration am Höhepnkt der letzten großen Eiszeit vor etwa 12.500–10.000 Jahren bis zum Konzentrationswert zu Beginn der industriellen Revolution (ca. 1860) ist nahezu gleich groß wie die Differenz zwischen dem Anfang und dem Ende der Zeitspanne von 1860 bis heute!

Von der Eiszeit über die Warmzeit in die Heißzeit

Diese Entwicklung hat gravierende messbare Folgen für die weltweiten Lebensbedingungen. Die Auswirkungen auf das gesamte Erdsystem erfolgen allerdings mit Zeitverzögerung. Sie werden ebenso drastisch sein wie die Entwicklung vor 250.000 Jahren zur Eiszeit – jetzt die Entwicklung zur Heißzeit. Und dies in nur 200 Jahren oder noch schneller, wenn nicht schnellstens die weitere Erhöhung der CO2-Konzentration gestoppt und durch massivste Aufforstungen wieder abgesenkt wird.