Die Herausforderung

Wenn das Polarmeer in der Sommerzeit eisfrei ist, wird die Rückstrahlung der Sonnenwärme durch das weiße Eis fehlen und das Meer sich zunehmend erwärmen, sodass erneute Eisbildung immer weniger geschehen wird. Die Temperatur in der Region wird verstärkt steigen, weshalb auch das grönländische Landeis schmelzen wird; auch das Land wird eine dunklere Oberfläche bekommen und sich erwärmen und den Prozess weitertreiben – nicht morgen, aber in der Zeit von wenigen Generationen. Als Folge davon, zusammen mit der Ausdehnung des Volumens der Ozeane durch die Erwärmung des Wassers, befürchten Wissenschaftler einen Anstieg der Meeresspiegel um bis zu 8 Metern.

Durch einen ständigen weiteren Anstieg der Oberflächentemperatur der Erde werden Entwicklungen in vielen Gegenden in Gang kommen, die nicht mehr umkehrbare Verhältnisse an sogenannten Kipppunkten im Erdsystem herbeiführen können – so, wie in der Arktis, wenn wegen zu warmem Meerwasser die Eisschmelze unaufhaltbar geworden ist und wenn arktische Dauerfrostböden in Sibirien und Nordamerika beim Auftauen riesige Mengen an Kohlenstoffdioxid und Methan freisetzen, vgl. die Seite Folgen. Methan ist 25-mal so klimaschädlich wie CO2 (Der unheimliche Anstieg der Methan-Konzentration). Die Erhöhung des Anteils von Methan in der Atmosphäre wird der Klimaerwärmung zusätzlichen Antrieb geben.

Kippelemente (tipping points) im Erdsystem

Noch sind drastisch spürbare Entwicklungen – nur – Befürchtungen, aber die Anzeichen mehren sich, dass sie wahr werden könnten. Die schlimmsten Befürchtungen werden mit Sicherheit Realität werden, wenn die Menschheit nicht schnellstens die Freisetzung weiterer Treibhausgase stoppt und der Natur durch massive Aufforstungen – die einzig möglich Maßnahme – hilft, die erreichte zu hohe Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre wieder zu reduzieren. Dass das bzgl. von CO2 biotisch (und mit vielen postiven Nebeneffekten) möglich ist, ist in der Klimadiskussion seit Jahrzehnten bekannt. Es ist höchste Zeit zum Handeln. Seit der ersten Weltklimakonferenz im Jahr 1979 ist unglaublich viel Zeit ohne hinreichende Konsequenzen vergangen. Jetzt ist es nötig, eher heute als morgen klimaneutral zu handeln! Es ist richtig, dass dem Ziel, Klimaneutralität für den eigenen Verantwortungsbereich zu erreichen, sehr schnell wirtschaftliche Interessen entgegenstehen. Aber angesichts der enormen Bedeutung der Bekämpfung einer zu starken klimatischen Erwärmung muss der Klimaschutz höher eingestuft werden als jenes Interesse.

Die Erklärung des Klimanotstandes durch eine Kommune bedeutet angesichts der geschilderten Fakten eine Selbstverpflichtung der Kommune und der in ihr lebenden und arbeitenden Menschen, in den eigenen Verantwortungsbereichen dem Bemühen um nicht länger klimaschädigendes Verhalten höchste Priorität einzuräumen.